Wir brauchen keineN, der auf uns „aufpasst“! Wenn reaktionäre Frauenbilder auf reaktionäre Bürgerwehren treffen.

Die momentan emotional aufgeheizte Stimmung lässt anscheinend alles zu: nach den Übergriffen in der Silvesternacht werden lautstark von PolitikerInnen aller Parteien wahlweise Verschärfungen des Sexualstrafrechts oder schnellere Abschiebungen „krimineller Ausländer“ gefordert. Medien befeuern die Stimmungsmache mit sexistischen und rassistischen Aufmachern, wie zuletzt der „Focus“ und die „SZ“ ihre Titelgeschichten aufgemacht haben.

Und als wäre das nicht schon entlarvend genug, formieren sich nun selbsternannte Bürgerwehren, um „deutsche Frauen“ zu schützen. Auch in Düsseldorf haben sich unter dem Label „Düsseldorf passt auf“ die letzten reaktionären Männer und Frauen zusammengeschlossen. Am vergangenen Samstag traf sich eine Übelkeit erregende Mischung extrem rechter Fortuna-Fans der Gruppe „Fortunaterror“, sowie Hooligans der „Bushwhackers“ und Dügida-Rassisten und schwadronierten über Frauenrechte, unterschrieben eine angebliche weltoffene Haltung, die sie schon im Keim erstickten.

An diesem Punkt sagen wir ganz deutlich: Ihr wollt „eure Frauen“ beschützen, aber: Wir gehören euch nicht! Wir Frauen brauchen und wollen eure vermeintlichen Beschützergesten nicht, ihr habt euch auch vor den Vorfällen in Köln nicht für Feminismus und Gleichberechtigung interessiert. Ihr nutzt die Gelegenheit, um rassistische Stimmung zu verbreiten. Wenn ihr Abschiebungen als legitime Reaktion auf Kriminalität versteht, fangt doch in euren eigenen Reihen an.

Und bevor von allen Seiten mehr Überwachung,mehr Polizei und härtere Strafen gefordert werden, lasst doch die ExpertInnen zunächst prüfen, ob die derzeitige Gesetzeslage für die Vergehen in Köln nicht ausreichend sind. Und den geistigen BrandstifterInnen aus der Politik soll gesagt sein: eure Aufgabe besteht darin, Gesetze zu erlassen – sie anzuwenden, obliegt den Gerichten und RichterInnen, nicht euch.

Erstunterzeichnerinnen:

(Funktion/Organisation dient nur der Information)

  • Christine Brinkmann, zakk – Zentrum für Aktion, Kunst und Kommunikation
  • Andrea Büchter, Piraten Düsseldorf
  • Gülşen Çelebi, Rechtsanwältin
  • Isis Kossatz, Vorstand STAY! Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative
  • Julia von Lindern, fiftyfifty – Das Straßenmagazin
  • Nicole Tauscher, STAY! Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative
  • Betti Tielker, Vorstand CSD Düsseldorf e.V.

Weitere Unterzeichnerinnen:
233Hajü KapustSWT e. V.Feb 06, 2016
232Yala Pierenkemperavant moers festivalFeb 04, 2016
231Erich RossmannFeb 02, 2016
230Asmus TrappJan 27, 2016
229Hanna WichmannJan 26, 2016
228Katharina ZwarJan 22, 2016
227Helgard RémyLehrerin i.R.Jan 22, 2016
226Ida MünstermannHeinrich Heine Salon e.V.Jan 21, 2016
225Yüksel Dogan2. Vorsitzende des Türkei Zentrum e.V.Jan 21, 2016
224Britta SchückerPrivatpersonJan 20, 2016
223Gregor KroesenHochschullehrerJan 20, 2016
222Dr. Georg SpeckerTierarztJan 20, 2016
221Gertraud EnslinJan 19, 2016
220Luda LiebeUnternehmerinJan 19, 2016
219Hanna SchroederJan 19, 2016
218Katrin AckersFrauJan 19, 2016
217Lisa HerzogPrivatpersonJan 19, 2016
216Anne GroseAlte Feuerwache KölnJan 19, 2016
215Julia WoscheiJan 19, 2016
214Monika SchierenbergSprecherin EcoMujer e.V.Jan 18, 2016
213marlene derendorfkeineJan 18, 2016
212Anne KonnertzJan 18, 2016
211Bernd SchönauKulturbunker KölnJan 18, 2016
210Sandra FranzHistorikerinJan 18, 2016
209Christa C. DiederichsaXept! Altstadt Streetwork und ZusammenarbeitJan 18, 2016
208Marco SpychalaTierarztJan 18, 2016
207Christian LützelerVVN-BDA / Die LinkeJan 18, 2016
206Benigno del RioJan 18, 2016
205Michael SabelJan 18, 2016
204Dirk RedemannJan 18, 2016
203Philipp SchillingJan 18, 2016
202Katrin GemsGeschichtswerkstatt Du-NordJan 18, 2016
201Iris RademacherJan 18, 2016
200Astrid Ann JabuschLiterarische Auftragsmorde u.a. DelikteJan 18, 2016
199Harald JochumsJan 18, 2016
198Gesine UNGERArmuts-RenterinJan 18, 2016
197Therese UnfriedzakkJan 18, 2016
196Mikk SchunkePiratenJan 18, 2016
195Tim EngelsRAJan 18, 2016
194Christa DomkeHeinrich Heine Salon e.V.Jan 18, 2016
193Eva BeckSozialarbeiterinJan 18, 2016
192Cathrine WillemsJan 18, 2016
191A. MergJan 17, 2016
190Anja RuminskiJan 17, 2016
189Jutta WenlaffLehrerinJan 17, 2016
188carl otakulturgruppe e. v.Jan 17, 2016
187Michael BeckerAttac WittenJan 17, 2016
186jenny haaseSozialarbeiterinJan 17, 2016
185Jan KockskämperJan 17, 2016
184Albert WeilerJan 17, 2016
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Bürgerwehr? Wir brauchen keine!

Die momentan emotional aufgeheizte Stimmung lässt anscheinend alles zu: nach den Übergriffen in der Silvesternacht werden lautstark von PolitikerInnen aller Parteien wahlweise Verschärfungen des Sexualstrafrechts oder schnellere Abschiebungen „krimineller Ausländer“ gefordert. Medien befeuern die Stimmungsmache mit sexistischen und rassistischen Aufmachern, wie zuletzt der „Focus“ und die „SZ“ ihre Titelgeschichten aufgemacht haben.

Und als wäre das nicht schon entlarvend genug, formieren sich nun selbsternannte Bürgerwehren, um „deutsche Frauen“ zu schützen. Auch in Düsseldorf haben sich unter dem Label „Düsseldorf passt auf“ die letzten reaktionären Männer und Frauen zusammengeschlossen. Am vergangenen Samstag traf sich eine Übelkeit erregende Mischung extrem rechter Fortuna-Fans der Gruppe „Fortunaterror“, sowie Hooligans der „Bushwhackers“ und Dügida-Rassisten und schwadronierten über Frauenrechte, unterschrieben eine angebliche weltoffene Haltung, die sie schon im Keim erstickten.

An diesem Punkt sagen wir ganz deutlich: Ihr wollt „eure Frauen“ beschützen, aber: Wir gehören euch nicht! Wir Frauen brauchen und wollen eure vermeintlichen Beschützergesten nicht, ihr habt euch auch vor den Vorfällen in Köln nicht für Feminismus und Gleichberechtigung interessiert. Ihr nutzt die Gelegenheit, um rassistische Stimmung zu verbreiten. Wenn ihr Abschiebungen als legitime Reaktion auf Kriminalität versteht, fangt doch in euren eigenen Reihen an.

Und bevor von allen Seiten mehr Überwachung,mehr Polizei und härtere Strafen gefordert werden, lasst doch die ExpertInnen zunächst prüfen, ob die derzeitige Gesetzeslage für die Vergehen in Köln nicht ausreichend sind. Und den geistigen BrandstifterInnen aus der Politik soll gesagt sein: eure Aufgabe besteht darin, Gesetze zu erlassen – sie anzuwenden, obliegt den Gerichten und RichterInnen, nicht euch.

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